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  • Elisa

Das Grande Finale – ein Hoch auf das Leben!


Als meine Mama gestorben war und die Beisetzung besprochen wurde, wusste ich genau zwei Sachen:


1. Auf dem Leidzirkular sollen Mohnblumen sein, weil das Mamas Lieblingsblumen waren.

2. Sie wollte kremiert werden.


Das war es auch schon… nicht gerade viel, um das Leben einer wunderbaren, starken Frau zu feiern. Aber wollte sie denn überhaupt eine Feier?


Wie ist es bei Ihnen? Wissen Sie, was Ihre Eltern, Ihr Partner, Ihre Partnerin für Vorstellungen haben? Was Sie für sich selbst möchten? Soll Ihr Abschied von der Welt ganz bescheiden, still und leise sein? Oder ein Fest, um Ihr Leben zu feiern und Ihren WegbegleiterInnen zu danken? Traditionell, modern, alternativ – was soll es für Sie sein?

Mit Abstand und nüchtern betrachtet kommt es wohl nicht so sehr darauf an, könnte man meinen. Man selbst ist tot und wenn nicht kulturelle oder religiöse Regeln oder Bräuche bestimmen, dann kann es einem ja irgendwie wurscht sein. Die Hinterbliebenen, so man denn welche hat, wissen dann schon, was sie tun sollen. Wirklich? Natürlich wird irgendwann eine Entscheidung getroffen, aber die Unsicherheit bleibt und kann einen noch einige Nächte wachhalten und lange beschäftigen.

Die meisten Menschen erleben den Tod eines nahestehenden Menschen als Extremsituation, die alles auf den Kopf stellt. Es werden Dinge wichtig, an die man gar nicht gedacht hat und auf einmal tauchen Fragen auf, von denen man nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Individualität hat in unserem Leben einen hohen Stellenwert und färbt auch auf das Sterben, den Tod und den Abschied vom Leben ab. Die häufigste Frage, die sich Alle stellen, ist:


Was hätte sich der/die Verstorbene gewünscht?


Erweisen Sie Ihren Liebsten einen letzten Liebesdienst. Schaffen Sie Klarheit und halten Sie Ihre Wünsche in Ihren Anordnungen für den Sterbefall fest.

Schreiben Sie auf, ob Sie eine Kremation oder Erdbestattung wünschen, ob Sie Wünsche zum Sarg oder zur Urne haben und welche Kleider Sie tragen wollen. In manchen Gemeinden werden die Bestattungskosten von der Gemeinde übernommen. Geht Ihr Wunsch über dieses «Basispaket» hinaus, werden die zusätzlichen Kosten Ihrem hinterlassenen Guthaben belastet.

Sie treffen auch Aussagen zur Grabgestaltung und dem Grabunterhalt. Immer häufiger werden Alternativen zur klassischen Beisetzung gewünscht, z.B. soll die Asche an einem schönen Ort verstreut werden und auch der Friedwald wird immer beliebter.

Auch (anonyme) Gemeinschaftsgräber sind populär; häufig ist die Idee, dass dadurch die Angehörigen mit der Grabpflege entlastet werden.

Egal, wofür Sie sich erwärmen – besprechen Sie Ihre Wünsche mit den Menschen, die Ihnen nahestehen. So romantisch die Idee ist, dass die Asche im Alpstein verstreut in den Kreislauf der Natur zurückkehrt oder sich in der unendlichen Weite des Meeres auflöst: sie nimmt Hinterbliebenen auch die Möglichkeit an einen ganz konkreten Ort zu kommen und zu trauern. Schenken Sie ihnen die Freiheit, auch anders zu entscheiden.


Life-Celebration? Abdankung? Abschiedsfeier? Gar nichts?


Für die Trauerbewältigung sind Rituale zentral. Riten und Bräuche bieten Sicherheit, Schutz, Trost und Geborgenheit. Neben den bekannten kirchlichen Abläufen wählen immer mehr Menschen eine andere Form und gestalten ein individuelles Abschiedsfest mit einem eigenen Ritual. Brigitte Gübeli ist Ritualgestalterin und schreibt auf ihrer Website:


Abschiedsritual

Sie wünschen sich eine Abschiedszeremonie, die für Sie stimmig ist? Mein Ziel ist es mit einem Abschiedsritual Ihren Gefühlen Raum zu geben und dem Abschied dadurch Menschlichkeit zu schenken. Loslassen ist Teil des Lebens. Ein Ritual kann in dieser Situation Halt, Trost, Zuversicht und Orientierung geben.


Ich finde es grossartig, dass es Brigitte und ihr Angebot gibt und habe für mich entschieden, dass nach meinem Tod mein Leben gefeiert werden soll, mit all seinen Facetten.




Viva!

Ein Hoch auf unser Leben!



P.S. Die Beisetzung meiner Mama war für uns total stimmig und passend. Viele alte Bekannte und Weggefährten haben uns gestützt und Anteil genommen. An der anschliessenden Abschiedsfeier wurde geweint, gelacht, gegessen und getrunken. Es wurden Geschichten und Erlebnisse geteilt und da war sie wieder: typisch Mama!


P.P.S. Ihre Anordnungen gehören nicht ins Testament, auch nicht in den Safe oder das Bankschliessfach. Bis das da gefunden wird ist Ihre Beisetzung schon Geschichte und lief vielleicht ganz anders ab, als Sie wollten.

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