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  • Elisa

Gegen das Schweigen


Vor ein paar Tagen habe ich zufällig davon erfahren, dass der Lebenskomplize einer ehemals guten Bekannten verstorben ist. Wir hatten in den letzten Jahren leider nur noch sporadischen Kontakt.

Ihr kennt das bestimmt:

Hallo, wie geht’s? Ja, alles gut, lass uns unbedingt mal wieder abmachen, ich melde mich, versprochen.

Das Leben, unsere unterschiedlichen Wege, irgendwann ging das auseinander.

Trotzdem ist es mir ein grosses Bedürfnis, Franziska mein Mitgefühl auszudrücken. Aber wie? Es sollen nicht diese 08/15 Floskeln sein, nicht so künstlich und komisch geschwollen daherkommen. Und die üblichen seltsamen Worte, die bei einem Todesfall gerne genutzt werden, das passt nicht zu mir. Trotz meiner Erfahrungen mit Trauer und Tod, mit verwaisten Angehörigen und todunglücklichen Freunden fehlen mir die Worte.


Der italienische Philosoph und Therapeut Piero Ferucci schreibt in seinem Buch „Nur die Freundlichen überleben“: „Leidende Menschen brauchen keine Diagnosen, Ratschläge, Deutungen, Beeinflussungen, sondern echtes bedingungsloses Einfühlungsvermögen. Sobald sie wenigstens das Gefühl haben, dass jemand sich mit ihren Erfahrungen identifiziert, können sie ihr Leiden loslassen und geheilt werden.“


Auch ich bin davon überzeugt: eine Geste, ein Wort und ist es auch noch so unbeholfen, ist besser, als zu schweigen und zur Tagesordnung überzugehen.

Das habe ich also getan:

Ich habe in mich hineingehört und das Gefühl, das ich habe, wenn ich an Franziska und ihren Verlust denke aufgenommen. Es tut mir so leid, dass sie ihren Partner verloren hat.

Dann kamen Bilder dazu: wie glücklich sie war, als sie geheiratet haben, wie sie sich über ihr gemeinsames Kind gefreut hat. Erinnerungsschnipsel an Franziska und Reto zusammen. Beim Sunset Festival, beim gemeinsamen Essen mit Freunden.

Langsam finden die Worte zu mir:

Meine liebe Franziska

Es tut mir so leid, dass Reto, dein Reto, dein Lebenskomplize, tot ist. Ich kann kaum erahnen, wie es dir geht. Ich denke an dich und erinnere mich an unsere Gespräche: über die Liebe, das Leben, das Elternsein und daran, wie sehr du Reto liebst……..


Ich habe ein paar Links zusammengetragen und freue mich, wenn sie euch dabei helfen Worte zu finden. Für das, was uns alle verbindet. Gegen das Schweigen.

Trauerbriefe - Wie Sie mit den richtigen Worten Takt beweisen und Trost spenden - stil.de

Kondolenzschreiben richtig verfassen | Muster & Zitate (november.de)

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